04 BLICKWECHSEL – ARBEITEN MIT REFERENZEN

04 BLICKWECHSEL – ARBEITEN MIT REFERENZEN Keine architektonisches Arbeit existiert in einem Vakuum: ihr interagiert mit anderen Architekten, setzt euch mit heterogenen Ideen und Konzepten auseinander, blickt in die Zukunft und in die Vergangenheit und tauscht euch mit anderen Disziplinen aus. So wie die Ideen- und Stilgeschichte der Architektur aufeinander aufbaut, kann das Arbeiten mit Referenzprojekten als Case Studies das eigene Konzept den eigenen Entwurf bereichern, helfen ihn weiter auszuformulieren und testen. 
Das Verstehen der historischen, sozialen, ökonomischen und ökologischen Hintergründe und Verstrickungen einer Wohnform, einer Bautypologie, oder einer städtebaulichen Idee als Referenz erleichtert es, euren eigenen Entwurf zu entwickeln. Dabei können auch Projekte, die nicht unbedingt als Architekturprojekte verstanden werden zu wichtigen Inspirationsquellen werden: 
Damit sind räumliche Gefüge gemeint, die aus Lebensentwürfen und -situationen, Gesellschaftsformen und sozialen Verhältnissen entstanden sind, die nicht unserem eigenen normativen Bild entsprechen: Szenarien, die anders sind, als unsere eigenen Erfahrungen und Gewohnheiten und durch Differenz das eigene Konzept stärken können. 

BLICKWECHSEL - LERNEN MIT REFERENZEN

Geht es in eurem Szenario um Effizienz, kann sich der Blick auf Raumstationen oder antarktische Forschungsmodule lohnen. Wollt ihr mit temporären Wohnformen arbeiten, kann die Analyse der räumlichen und funktionalen Aufteilung von Sanatorien oder sogar Gefängnissen neue Erkenntnisse liefern. Beschäftigt ihr euch mit der Thematik von Partizipation und Selbstausbau, kann es interessant sein, informelle Siedlungen wie Favelas oder Zeltstädte zu betrachten. Dies sind nur einige Beispiele von möglichen Verbindungen zwischen architektonischen Szenarien und außergewöhnlichen Referenzen.
Um aus diesen (und anderen) Referenzen wichtige Erkenntnisse zu ziehen und diese für das eigene Konzept zu transformieren, ist es wichtig: die relevanten Denkprozesse und Entwurfs- oder Projektentscheidungen, die hinter diesen Beispielen stecken heruaszufinden und zu verstehen // Ideen und Konzepte zu extrahieren und negative und positive Aspekte zu bewertem, um diese selbst weiter zu nutzen // die eigenen Denkmuster in Frage zu stellen und über den Tellerrand zu blicken
AUFGABE (ABGABE DIGITAL: INDD. VERPACKT & PDF)
1. Sucht euch pro Gruppe ein Referenzprojekt Haus + ein Referenzprojekt Stadt, das euch hilft, euer Szenario auszuformulieren: wie in den gegeben Beispielen geht es dabei darum, eine Verbindung zu eurem Konzept zu finden. 
2. Sucht Bild- und Planmaterial und Beschreibungen der Referenz und fragt euch dabei objektiv:
A ) Was für ein soziales Gefüge liegt dem Beispiel zu Grunde (wer war der Initiator? Welche historischen oder sozialen Umstände ermöglichten oder erzwangen diese Referenz?) // Wie schaut ein typisches Nutzungsprofil (etwa ein Tagesablauf) aus?
B) Was für ein räumliches Gefüge entsteht in diesem Beispiel? // Welche Wechselwirkungen gibt es zwischen dem 
zu Grunde liegenden Gesellschaftsbild und dem Raum? // Welche Wechselwirkungen gibt es zwischen den programmatischen Funktionen und dem Raum?
(Achtet auf die Herkunft eurer Quellen und versucht daran zu denken, dass diese möglicherweise kulturell oder politisch ideologisch gefärbt sind.)
3. Erstellt eine Analyse eures Referenzbeispiels: 
– Wählt ein oder mehrere aussagekräftige Bilder
– Erstellt eine Auflistung von „Hard Facts“: Ort, Nutzungszeitraum, Nutzungsprogramm (Raumprogramm), (ungefähre) Menge der Nutzer und ergänzt diese durch beispielspezifische Fakten (z.B. Bautechnik und Material, 
Kosten, Flächengrößen, etc.)
– Erstellt eine grafische Darstellung, in der ihr den für euch wichtigsten Aspekt des Referenzbeispiels diagrammatisch darstellt.
– Formuliert einen Analysetext in dem ihr die in 2. gestellten Fragen A) und B) präzise und prägnant beantwortet. 
– Formuliert ein kurzes Statement, welche Erkenntnisse aus eurer Analyse durch einen Transfer eurem Szenario helfen können 
4. Bringt eure Analysen und Überlegungen zusammen und füllt für beide Referenzen das vorgegebene Layout aus.