Positionen Vortrag #6

 
wir freuen uns, dass David Barragán von Al Borde am 14. Juli unser nächster Gast dePOSITIONEN Vortragsreihe ist. 
Aufgrund der aktuellen Situation handelt es sich natürlich um eine Online-Vorlesung, aber dieses Format eröffnet uns auch neue Möglichkeiten, es erlaubt uns, auch in der Ferne nach interessante Ideen zu suchen, die uns in diesen skurillen Zeiten Inspiration geben können. Diese Suche hat uns nach Ecuador geführt, einem Land, in dem in den letzten Jahren herausragende und von einem hohen Standard geprägte Designs entstanden sind sind, die auf dem bewussten Gebrauch der lokalen Ressourcen basieren.
“This type of practice is led by a generation that puts collective work and social values above individualities, in order to develop a “do a lot with little” style of architecture.” (ArchDaily)
Erschaffe viel mit wenig” ist das Credo von Al Borde, des ecuadorianischen Architekturbüros, das 2007 von Pascual Gangotena (Quito, 1977), David Barragán (Quito, 1981), Marialuisa Borja (Quito, 1984) und Esteban Benavides (Quito, 1985) gegründet wurde.Präsentiert in richtungsweisenden Ausstellungen wie “Think Global, Build Social! Architectures for a Better World” (Wien, 1985) und “Reporting from the Front” während der Architektur-Biennale in Venedig, ist die Gruppe bekannt dafür, Ressourcenknappheit in ein ästhetisches und sozial stärkendes Gut umzuwandeln. Überzeugt davon, dass die Stärke eines architektonischen Projektes in der nachträglichen Autonomie seiner Nutzer liegt, basiert Al Borde’s Design- und Entscheidungsprozess auf der Beteiligung der Gemeinschaft an allen Phasen der Planung und Konstruktion und der systematischen Erforschung des lokalen Kontexts.  
Mit Sitz in Quito, in einer Höhe von über 2800 m über dem Meeresspiegel, haben sie einen abwechslungsreichen Output erschaffen: von architektonischen Projekten zu Workshops, Ausstellungen, öffentlichen Aktionen und sogar DIY-Bauanleitungen zum downloaden.
Das Team sieht sich selbst nicht ganzheitlich, “nur” als Architekten; vielmehr begreift es seine architektonische Produktion als einen sehr hilfreichen Modus, um die Art von Problemen zu lösen, an denen sie interessiert sind. “Wenn wir einen Klienten annehmen, denken wir nicht primär daran, ob das Projekt architektonisch ist oder nicht…wir denken an unterschiedliche Lebensstils… Das Business der Architektur ist faszinierend, aber sehr klein im Vergleich zum Business des Lebens.”
Von Escuela Nueva Esperanza (2009), einer ländlichen Schule im Küstendorf von Cabuyal bis zum Culunco House (2014), einem halb vergrabenen Familienhaus und dem House of the Flying Beds (2017), einem renovierten historischen Anwesen in der Stadt La Esperanza, ist jedes Projekt inspiriert von einheimischen Einflüssen und natürlichen oder upgecycelten Materialien des Ortes.
An das Arbeiten mit geringen Baubudgets gewöhnt, hat das Team hinter Al Borde (welches für den Swiss Architectural Award in 2018 in die engere Auswahl gekommen ist und ebenso von Domus als Teil der 100+ Best Architecture Films 2019) auch an Projekten in Krisensituationen  mitgewirkt. Ihr Post-Earthquake-Prototyp (2017) beispielsweise wurde nach dem Erdbeben entwickelt, dass die Küste von Ecuador im April 2016 erschütterte.
Die Arbeit des Büros ist auch Teil der Dokumentation “Hacer Mucho Con Poco”, (2018) der Regisseure Katerina Kliwadenko und Mario Novas, die den Fokus auf die lateinamerikanische Architektur setzt, die im Kontext einer konstanten Krise die Disziplin dazu zwingt, sich ständig selbst neu zu erfinden und nach Innovation in lokalen Ressourcen zu suchen. 
 
Wir würden uns freuen, Sie am 14. Juli um 19:00 Uhr in Zoom* begrüßen zu dürfen. Klicken Sie hier für den zoom link
Der Vortrag findet in englischer Sprache statt.