SOSE 16 URBAN NOISE

Urban Noise – music in the city  „If it‘s illegal to rock and roll, throw my ass in jail!“ Kurt Cobain
Modernes stÄdtisches Leben und Musik sind heutzutage unzertrennlich. StÄdte werben mit ihrer lebendigen Musikszene und Musik pro tiert von urbanen Rest- und FreirÄumen. Diese Orte, die zum Experiment und zur Inspiration einladen, sind oft GeburtsstÄtten neuer Musikrichtungen und Stile. Dementsprechend nden sich ikonische StÄtten der Szene oft in GebÄuden die ursprÜnglich nicht fÜr Musik konzipiert waren und einen ganz speziellen akustischen Charakter aufweisen. Das Besetzen alter Lagerhallen, Fabriken, Kirchen oder Kinos ist Ausdruck natÜrlicher stÄdtischer Zwischennutzungsprozesse, schmiedet den Sound einer Stadt und birgt Identifikationspotential fÜr diverse kreative Subkulturen.

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Gerade der Fortbestand von Orten der Kleinkunst und Live-Musik ist somit auch Indikator fÜr den Gesundheitszustand unserer StÄdte. Neben dem Verschwinden des bezahlbaren Wohnraums ist auch der RÜckgang dieser Orte, Anzeichen einer fortschreitenden Gentri zie- rung. Harte Au agen der Bauaufsicht, protestierende Nachbarn und aggressive Entwicklungen am Immobilienmarkt haben zur Folge, dass selbst renommierte und im Stadtteil gut vernetzte Institutionen von einer kommerzialisierten Event- und VergnÜgungsstruktur verdÄngt werden.
Bei der Konzeption neuer Veranstaltungsorte fÜr Berlin sollten somit neben technischen Fragen vor allem langlebige Szenarien zur Veranke- rung von Orten der (Sub)Kultur im Öffentlichen Raum im Fokus stehen. Welche hybriden Nutzungsformen kÖnnen erarbeitet, welche architekto- nischen Antworten gefunden werden, um neue Veranstaltungsorte in das sozio-politische GefÜge eines Stadtteils zu integrieren? Welcher Ort fÜr Musik ist Berlin? Welchen Ort fÜr Musik braucht Berlin?